
Bildquelle: Fraunhofer IVV
Schütteln, Klopfen, Drücken - und trotzdem möchte der Rest Ketchup nicht die Flasche verlassen. Das ärgert den Verbraucher genauso wie Entsorger, denn wenn bis zu 20 Prozent des Verpackungsinhalts nicht genutzt werden können, bezahlt der Kunde ein Produkt, das er nur eingeschränkt nutzen kann während beim Recycling zusätzliche Kosten für die Reinigung entstehen. Handelt es sich zudem noch um Problemabfälle wie Chemikalien oder Arzneien, fallen auch noch entsprechende Entsorgungskosten an.
Vor allem bei stark viskosen Flüssigkeiten wirken die inneren Reibungskräfte einem ordentlichen Abfließen entgegen und bleiben als ärgerlicher Rückstand im Behältnis. Ein Projekt der Fraunhofer-Institute für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising und für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart, der Technischen Universität München und verschiedenen Industriepartnern befasst sich mit einer neuartigen Nanooberfläche, die schwach fluiden Produkten ein rückstandfreies Abfließen ermöglichen soll. Das Geheimnis besteht aus einer Anzahl dünner Schichten von maximal 20 Nanometern, die an die Innenseite der Verpackung aufgetragen werden.
“Erzeugt werden die Schichten aus einer Art Plasma, wie man es aus Neonröhren kennt” , erklärt Dr. Michaela Müller, Wissenschaftlerin am IGB. “Dazu bringen wir die Kunststoffe in ein Vakuum. In diese Vakuum-Kammer leiten wir Gase, die wir durch eine elektrische Spannung zünden. Je nach Zusammensetzung dieses leuchtenden Gasgemisches aus Elektronen, Ionen, Neutralteilchen und Photonen können wir Schichten mit definierten Eigenschaften auf der Verpackungsoberfläche abscheiden”.
In etwa 2 Jahren könnten diese neuartigen Verpackungen beim Endverbraucher ankommen. Bis dahin arbeiten die Forscher an der Optimierung der Schichten, etwa an der Haftfestigkeit, damit die neuen Oberflächen industriell verarbeitbar werden. (Quelle: idw)